Im Alltag von BI-Projekten stoßen wir immer wieder auf den Begriff „gewachsene” Strukturen. Häufig bezieht sich diese Aussage auf die Systemlandschaft von BI-Systemen. Doch was bedeutet diese Aussage in der Praxis?

Letztendlich ist mit dem Begriff „gewachsen” eine ungeplante Entwicklung, meist ein Wildwuchs an Systembestandteilen gemeint. Gewachsene Strukturen führen in der Praxis dazu, dass der Systembetrieb und die Weiterentwicklung von BI-Systemen extrem komplex und aufwendig werden.

Dieser Wildwuchs von Systemen hat oft zur Ursache, dass Fachabteilungen „mal eben schnell” eine BI-Lösung für bestimmte Fragestellungen benötigen. Die Werkzeuge und Softwarekomponenten sind aufgrund ihrer Flexibilität ohne große Probleme in der Lage diese Anforderung umzusetzen. Oftmals entstehen so Insellösungen oder „Prototypen” mit dauerhaftem Einsatzzeitraum, „Nichts lebt länger als ein Provisorium“.
Die Fachabteilung selbst legt den Fokus verständlicherweise auf die fachliche Problemstellung und nicht auf die Integration in ein Gesamtsystem. Für das Gesamtunternehmen bedeutet diese Entwicklung jedoch mittelfristig höhere Kosten für Informationen und steigenden Abstimmungsbedarf.

Was bei der beschriebenen Vorgehensweise fehlt ist die umfassende Planung und Koordination einer BI-Landschaft. Wir meinen damit nicht die Konzeption der beschriebenen Insellösung, sondern die Eingliederung in ein Gesamtkonzept oder anders ausgedrückt in den Entwicklungsplan einer BI-Strategie. Die Aufgabe der Gesamtkoordination von Business Intelligence ist ein übergeordnetes Führungsthema, da der Nutzen auch dem Gesamtunternehmen dient.